Grundsatzprogramm 2017/18

 Aus Sicht des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg (LSBR) ist Bildung eines der wichtigsten Ressorts der Landespolitik und die Quelle des Erfolgs von Baden-Württemberg. Die Schülerinnen und Schüler sind die Zukunft dieses Landes und müssen gerade deshalb zum Zentrum dieser Politik gemacht werden. Denn nur wenn alle Akteure der Bildungspolitik – insbesondere Eltern, Lehrer und Schüler – in die bildungspolitischen Entscheidungen miteinbezogen und berücksichtigt werden, kann Schule gelingen.

Der Landesschülerbeirat setzt sich als die demokratisch legitimierte Vertretung der etwa 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler Baden-Württembergs und als Beratungsgremium des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport für deren Interessen ein und nimmt zu grundlegenden Fragen des Schulsystems Stellung.

Die Bildungspolitik in Baden-Württemberg befindet sich seit geraumer Zeit im Umbruch. In den vergangenen Jahren wurden viele neue bildungspolitische Akzente gesetzt, die bis heute die Bildungslandschaft und das Schulsystem im Land entscheidend prägen. Der Landesschülerbeirat möchte die Auswirkungen dieser Änderungen kritisch und konstruktiv begleiten und eine Stimme der Schülerinnen und Schüler sein, die diese Auswirkungen unmittelbar spüren. Aus der Praxis kommend ist den Landesschülerbeiräten dabei besonders wichtig, dass Bildungspolitik weder ideologisch noch parteipolitisch geprägt sein darf, sondern langfristig und im Sinne der Schülerinnen und Schülern angelegt sein muss.

Aber auch zukünftig stehen uns große Herausforderungen bevor. Gerade die Ergebnisse der vergangenen Vergleichsstudien wie Vera oder IQB haben aufgezeigt, dass das einst so hochgelobte baden-württembergische Bildungssystem erheblich an Qualität eingebüßt hat und mittlerweile von vielen Bundesländern überholt wurde. Während man viele Jahre lang als Schüler stolz darauf sein konnte, einen Abschluss in Baden-Württemberg erworben zu haben, stellen sich nun viele Schülerinnen und Schüler die Frage, was dieser heutzutage überhaupt noch wert ist. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass heute die richtigen Weichen gestellt werden, damit Baden-Württemberg in Zukunft wieder zurück an die Spitze gelangt.

Zudem erinnern uns aktuelle Krisen in der Welt an den unfassbar hohen Wert der Demokratie, welcher nicht als Selberverständlichkeit behandelt werden darf und deshalb unter allen Umständen verteidigt und gefördert werden muss. Dies gilt insbesondere auch in der Schule! Neben der Vermittlung einer fundierten Grundbildung über die freiheitlich demokratische Ordnung der Bundesrepublik Deutschland müssen den Schüler ebenfalls ausreichend Partizipationsmöglichkeiten eröffnet und garantiert werden.

Auch die verstärkte Zuwanderung nach Deutschland in den vergangenen Monaten stellt Baden-Württemberg und vor allem das Schulsystem vor neue Aufgaben, die nur gemeinsam bewältigt werden können. So ist es essentiell, die neuankommenden Schüler in das baden-württembergische Bildungssystem zu inkludieren und für jeden einzelnen das passgenaue Bildungsangebot zu finden. Aus Sicht des Landesschülerbeirats sind nämlich Bildung und die deutsche Sprache der Schlüssel für eine gelungene Integration, die den Schülern viele neue Perspektiven eröffnen.

Im nachfolgenden werden die Forderungen und Vorstellungen des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg für das Schuljahr 2017/18 sowie zur aktuellen Bildungspolitik im Land dargestellt.

Pressemitteilung

Pressestimmen:

Landesschau aktuell vom 20.10.2017  (14:45 Minute)

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