Für mehr Qualität, Individualität und Allgemeinbildung – damit Baden-Württemberg wieder spitze wird!

Die gymnasiale Oberstufe besitzt für die Schülerinnen und Schüler von Baden-Württemberg eine enorm hohe Bedeutung. Deshalb müssen aus Sicht des Landesschülerbeirats bei der anstehenden Reform insbesondere die Leitziele Qualität, Individualität und Allgemeinbildung im Vordergrund stehen.

In diesem Schuljahr sind rund 53.300 Schülerinnen und Schüler zum Abitur entweder an einem allgemeinbildenden oder beruflichen Gymnasium angetreten. „Allein diese Zahl zeigt schon, welch hohen Stellenwert die gymnasiale Oberstufe und das Abitur für die baden-württembergischen Schüler hat“, erklärt der Vorsitzende des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg, Joachim Straub. „Aus diesem Grund muss die kommende Oberstufenreform auch im Sinne der Schülerinnen und Schüler sein!“

Für das Beratungsgremium des Kultusministeriums bedeutet dies konkret, dass die neue Oberstufe und das Abitur eine hohe Qualität aufweisen müssen, damit die Schülerinnen und Schüler gut auf ihren weiteren Weg vorbereitet werden und das baden-württembergische Abitur weiterhin innerhalb Deutschlands etwas wert ist. Ebenfalls müssen die Schüler die Möglichkeit besitzen, ihren eigenen Interessen und Fähigkeiten nachzugehen. Darüber hinaus darf aber die Allgemeinbildung der Schüler nicht zu kurz kommen. „Nur, wenn in der neuen gymnasialen Oberstufe alle drei Aspekte verwirklicht sind, kann Baden-Württemberg wieder an die Spitze gelangen!“, führt der Vorsitzende fort.

Die offizielle Interessensvertretung der 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler hat bereits eigene Vorstellung und Wünsche, wie die neue gymnasiale Oberstufe sowie das Abitur in Zukunft ausgestaltet werden soll. So sieht das Oberstufenkonzept des Landesschülerbeirats unteranderem vor, dass die Fächer auf erhöhtem Niveau nicht mehr vier, sondern fünfstündig unterrichtet werden. Zudem sollen zwar weiterhin alle Schüler in Mathe und Deutsch im Abitur geprüft werden, jedoch muss hiervon nur noch eines auf erhöhtem Niveau besucht werden. Auch sind Änderungen beim mündlichen Abitur und der Kurswahl angedacht. „Wir erhoffen uns hiervon sowohl eine qualitative Steigerung der gymnasialen Oberstufe als auch mehr Individualisierungsmöglichkeiten für die Schüler“, erklärt der Vorsitzende. „Insbesondere durch die größere Wahlfreiheit bei den Kursen auf erhöhtem Niveau ist nun neben der naturwissenschaftlichen und sprachlichen endlich auch eine gesellschaftswissenschaftliche Vertiefung möglich.“

Das Oberstufenkonzept des LSBR

Hintergrundinformationen

Im Zuge einer Änderung der Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe in der Sekundarstufe II durch die Kultusministerkonferenz im Jahr 2016 darf es in der Qualifizierungsphase nur noch maximal vier Fächer auf erhöhtem Niveau geben. Dies hat unweigerlich zur Folge, dass Baden-Württemberg bis zum Jahr 2021 die gymnasiale Oberstufe an die neu gefassten Regelungen anpassen und somit zeitnah reformieren muss.